simple strategies: Einfache Karrierestrategien für Musiker

28 Mrz

Teil 1: ZIELE DEFINIEREN

Das Gefühl die eigene künstlerische Integrität zu gefährden, hindert viele Musiker daran sich mit der praktischen Seite des Musikbusiness auseinander zu setzen. Ein Umdenken ist hier erforderlich, denn es gilt den künstlerischen Zielen den gleichen Wert beizumessen, wie den künstlerischen Idealen. Vielmehr: je besser die geschäftliche Seite organisiert ist, desto mehr Freiheit bleibt für die Kunst.

Diese Artikelserie wendet sich an Künstler ohne professionelle Agentur aus den Bereichen Klassik, Jazz und Avantgarde. Sie befasst sich mit den Prinzipien des Selbstmanagement und der Selbstpromotion und will simple und vor allem kostengünstige Strategien vorstellen, die es dem Künstler erleichtern sollen, im Markt Fuss zu fassen.


1. Ziele definieren:

Im Grunde genommen ist ein Karriereplan nichts anderes als eine Sammlung von Wünschen, Träumen und Visionen, die mit einem Terminplan und einer Umsetzungstaktik versehen wurden. Der schriftlich niedergelegte Plan ist ein Versprechen – ein Schuldschein, ausgestellt an sich selbst. Er wird kontinuierlich überprüft und angepasst und hilft als Leitlinie zum Ziel.

a. Ziele formulieren

Das SMART Prinzip

(Specific, Measurable, Achievable, Realistic, Timely

Specific – spezifisch, konkret

Measurable – messbar

Achievable – mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar

Realistic – realistisch

Timely – zeitlich gebunden

unzureichend formuliert: Ich werde berühmt.

gut formuliert: In 5 Jahren werde ich den Grammy für das „best contemporary Jazz Album“ gewinnen.

b. Tiefstapelei

Bei Ihrer Ressourcenplanung sollten Sie die Ressource „Fähigkeiten“ NICHT einbeziehen. Das Gehirn ist das Resultat seiner Benutzung und folglich können Fähigkeiten erlernt werden. Unter keinen Umständen sollten Sie Ihre Intelligenz als fixe Grösse betrachten. Ihre geistigen Fähigkeiten sind durch Training erweiterbar und sollten für Sie keine gedanklichen Limits darstellen.

c. Hochstapelei

Bei Ihrer Zielfindung sollten Sie sich nicht von Rachegelüsten und Animositäten leiten lassen. Ihr Leben ist zu schade um sich davon in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen. Sie müssen weder die Ziele Ihrer Freunde oder Verwandten übernehmen, noch die Ihrer Feinde. Finden Sie Ihre ganz persönlichen Ziele.

d. Reality Check:

Stellen Sie nun Ihre Ziele Ihren persönlichen Wertvorstellungen gegenüber. Gleichen Sie ab, ob Sie bereit sind die Hürden, die Sie bereits jetzt absehen können, auch nehmen wollen.

„Ich will ein gefeierter Live-Künstler sein.“ vs. „Ich will meinen Kindern jeden Abend einen gute Nacht Kuss geben.“

Abschließend möchte ich kurz anmerken, dass Ziele meiner Meinung nach nicht „zu realistisch“ sein dürfen, denn wo wäre dann die grosse Befriedigung, wenn man sie erreicht hat und um es mit George Bernard Shaw zu sagen:

„Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab.“

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Audiorestauration Teil 2

28 Feb

Im zweiten Teil wollen wir die richtige  Signalkette  für unser Audiomaterial auswählen.

Basis für diese Entscheidung ist das Format des Sourcematerials, sowie  der  Grad der akustischen Verschmutzung.

Liegt unser Material auf einem digitalen Tonträger (z.B. DAT, CD usw.) vor,  ist es am Einfachsten, wenn wir das Abspielgerät mit dem Digitaleingang einer Audioworkstation verbinden und das Audiomaterial überspielen.

Hier sollten wir kurz in die Thematik der Auflösung des Audiomaterials abschweifen. Die oben angeführten Formate haben den Nachteil, dass sie keine hohe digitale Auflösung des Audiomaterials aufweisen. Für die sehr feinen Bearbeitungen, die wir im Rahmen der Restauration vorhaben, wäre eine höhere Auflösung wünschenswert. Genau wie beim Mastering gilt hier die Regel, je höher die Auflösung des Ausgangsmaterials ist, desto genauer können die nachfolgenden Prozesse erledigt werden.  Bekommt man das Material nicht in befriedigend hoher Auflösung, kann man das Material in eine höhere Auflösung wandeln. Man bekommt durch diesen Vorgang natürlich nicht mehr Informationen, ist aber für die weitere Bearbeitung besser gerüstet. Vorsicht! Ich würde diesen, auch Upscaling genannten Prozess nicht mit einem der gängigen Standardaudioprodukten  erledigen. Speziell die gängigen Sequenzerprogramme  haben so ihre Probleme mit diesem Vorgang.

Für diese Aufgabe gibt es Spezialsoftware wie z.B. Saracon (Weiss), SRC (Izotope),  r8brain (Voxengo) und der Audioeditor Bias Peak, die machen hier einen deutlich besseren Job.

Eine andere, schnellere aber auch deutlich teurere Möglichkeit, wäre, die Restauration mittels eines digitalen Hardware-Prozessors quasi in Realtime bei einem Überspielvorgang zu erledigen.

Diese Prozessoren kosten einige Tausend Euro und gehören daher nicht zur Ausrüstung allzuvieler Studios. Als Beispiele muss man hier den DNA1 (Weiss) und verschiedene Produkte der Fa. Cedar anführen.

Schwieriger in jedem Fall wird es, wenn unser Startmaterial in analoger Form vorliegt (Audiocassette, Tonband, Schallplatte usw.). Hier hört man schon beim Lesen das Rauschen und die Knackser die uns durch die digitale Abspieltechnik größtenteils abhanden gekommen sind.

Doch haben wir gleich auch einen Vorteil an der Hand. Wenn wir uns dazu entschließen, das analoge Signal für die Nachbearbeitung zu digitalisieren, haben wir es in der Hand, in welcher Qualitätsstufe wir das erledigen wollen und können.

Zentrales Gerät für dieses Vorhaben ist, wie der Fachmann richtig vermutet, der AD-Wandler (analog-digital Wandler). In diesem Gerät wird erfahrungsgemäß am öftesten der gute Sound ermordet. Grundlage einer seriösen Audiorestauration von analog vorliegendem Material ist der AD_WAndler.

Hier seien folgende Kandidaten verewigt: ADC2 (Weiss), Dream AD2/Orpheus (PrismSound), Aurora (Lynx), Symphonie (Apogee).

Bei den angeführten Produkten handelt es sich wiederum um die Oberklasse, aber man kann sichergehen, dass das Audiomaterial ohne wesentliche Einbußen in der Stereobreite oder der Tiefenstaffelung in die Digitalwelt gewandelt wird.

Im nächsten Teil befasse ich mit den verschiedenen  softwarebasierten Möglichkeiten der Audiorestauration.

Audiorestauration: Einleitung

13 Feb

Bei der Audiorestauration wird auf einem Tonträger vorhandenes Audiomaterial verbessert.
Der Begriff Verbesserung bedeutet in diesem Fall einerseits eine Korrektur in streng technischer Sicht (Störgeräusche entfernen, Pegelkorrektur usw.) kann aber bis zu einer Veränderung der Klangästhetik gesehen werden.

Zuerst die technische Analyse.
Auf welchem Tonträger liegt das, zu restaurierende Material vor und wie ist es gespeichert, digital oder analog.
Weiters stellt sich die Frage, verwendet man für die Restauration analoge oder digitale Hardware oder übersiedelt man in die Welt der Plugins in einer geeigneten Audioworkstation.
Zuletzt sollte noch der Endpunkt der Reise geklärt werden: auf welchem Tonträger soll das Stück zum Abhören publiziert werden und in welcher Technologie soll es allenfalls archiviert werden.

Abgesehen von den ästhetischen Ansprüchen sollte die budgetäre Situation mit dem Auftraggeber sehr genau  besprochen werden.
Ähnlich wie beim Audiomastering, gibt es bei der Audiorestauration die Möglichkeit, eine fast automatisierte Abarbeitung mit einer leichten Verbesserung des Materials anzubieten. Hierfür werden Kategorien entwickelt, in die man das Audiomaterial einteilt und lässt dann vorbereitete Geräte- oder Plugin Kombinationen zum Einsatz kommen. Zeit und Personalaufwand für diese Art der Restauration halten sich in Grenzen und somit auch die Kosten.
Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass mit mehr Zeitaufwand vermutlich eine, für das jeweilige Audiomaterial bessere Einstellung gefunden werden könnte. Eine angepasste Restauration mit hoher Qualität verlangt nach einem sehr routinierten Tonmeister, ausgewählten, teuren Geräten und benötigt viel mehr Zeit als die erste Variante.

Wichtig ist, dass sich der Tonmeister im Klaren darüber ist, dass er bei der Restauration eine hohe Verantwortung für das Material übernimmt. Oft wird das Originalmaterial aus Platzgründen nicht mehr aufgehoben, oder kann infolge von Tonträgerqualität oder nicht mehr erhältlichem Abspielgerät später nicht mehr  wiedergegeben werden. Jeder Fehler beim Restaurationsvorgang kann in so einem Fall nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Dies ist eine erste, grundsätzliche Betrachtung zum Thema Audiorestauration, im nächsten Teil werde ich mich mit der Technik, die uns für die Thematik zur Verfügung steht, befassen.

Hubert Hawel

mehr zum Thema am 28.02.

Hubert Hawel ist Tonmeister und blickt auf 20 Jahre Erfahrung im Audiobereich zurück. Im Rahmen seiner Tätigkeit beim ORF OÖ. arbeitete er unter anderem mit Joe Zawinul, Franz Welser Möst und Friedrich Gulda zusammen.

Weitermachen

9 Feb

2007 haben wir den letzten Post geschreiben und trotzdem ist der Blog noch online. Anstatt den bestehenden Blog nun zu löschen und mit einem neuen zu beginnen, finde ich es interessant nach 4 Jahren einfach anzuschließen. Zumal sich in der chronologie der Ereignisse einiges getan hat. Christof Schlingensief ist leider verstorben und Barbara Proske ist inzwischen Pressesprecherin von Red Bull Raicing.

Ich arbeite immer noch am selben Thema, auch wenn sich die Zielsetzungen und die Mittel, wie sie zu erreichen sind, justiert haben. Meine Tätigkeit für einen funkelnagelneu gegründeten Musikverlag (siehe Bild), der sich – naturgemäß – mit zeitgenössischer Musik befasst, wird viel Anlass bieten, über die Möglichkeiten, die zur Künstler und Musikförderung eingesetzt werden können, zu posten und – in weiterer Folge – zu diskutieren.

3 Tipps für den „contemporary singer“

17 Jul

Der englische Ausdruck „contemporary singer“ wäre ins Deutsche eigentlich nur mit „zeitgenössischer Sänger“ zu übersetzten – eine Bezeichnung, die in die Irre führt, da im Deutschen mit „zeitgenössisch“ meistens nur ernste Musik gemeint ist. Ich beziehe mich hier auf nicht-klassische-ausgebildete Stimmen.

Renée Fleming
The Inner Voice – The Making of a Singer (Buch)

Renée Fleming hat eine der schönsten klassischen Sopranstimmen, die es derzeit gibt. Ihre Technik ist ausgezeichnet und hart erlernt. Wie Fleming in der Einleitung ihres Buches schreibt, hatte sie selbst während ihrer Ausbildung immer nach Informationen über das Gesangshandwerk ihrer Vorbilder gesucht und war selten fündig geworden. Das hatte sie veranlasst dieses Buch zu schreiben. Es sollte in der Bibliothek jedes Sängers stehen!

Anne Peckham
The Contemporary Singer: Elements of Vocal Technique (Buch & CD)

Ein wunderbares Buch, das alle wichtigen Bereiche zum Thema Stimme behandelt: Technik, Gesundheit, Training, Live Performance, … Anbei auch eine CD mit Gesangsübungen für Anfänger und Fortgeschrittene. Ich persönlich bin „heavy user“ und übe täglich im Auto. Anne Peckham unterrichtet an der Berklee College of Music.

Berkleeshares.com (downloads)
Auf berkleeshares.com kann man sich gratis Sequenzen aus Unterrichtsstunden der Berklee College of Music herunterladen. Die Themen reichen von Gesang und Instrumentalunterricht bis hin zu Musiktheorie und Musikproduktion.

Mit diesen Tipps sollte einer Gesangskarriere nichts mehr im Wege stehen.

Daniel Stern

3 Fragen an Barbara Proske zum Thema Sportsponsoring

10 Jul

Barbara Proske arbeitet im Bereich Sportsponsoring und Athletenmanagement in einem Unternehmen, dass einen erheblichen Part des eigenen Imanges über die Förderung von Extremsportarten erreicht hat.

Wo sehen Sie die gravierendsten Unterschiede zwischen Sport- und Kultursponsoring?
Durch Sportsponsoring lässt sich vorallem der Bekanntheitsgrad einer Firma bzw. eines Produktes steigern, Kultursponsoring hingegen wirkt imagefördernd, es ist auch nicht so sehr an die Masse gerichtet sondern richtet sich an exklusive Zielgruppen.
Natürlich muss das Sponsoring „Objekt“ zur Marke passen, denn Glaubwürdigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wirkung.

Sport- als auch Kultursponsoring sprechen die Zielgruppe ja im Bereich ihrer Freizeit an, was in gewisser Weise eine persönliche Bindung schafft. Beim Sponsoring gilt es Ausdauer zu beweisen und sein Engagement über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Ein Sponsoring Engagement wird im Hinblick auf die Markenpositionierung vorgenommen. Ein zentraler Punkt ist es die Markenattribute glaubwürdig zu transportieren.

Es gilt daher zu durchleuchten, ob Sportarten in denen man ein Engagement plant zur Philosophie des Sponsors passen und welche anderen Sponsoren in diesen Bereichen aktiv sind. Sobald eine Entscheidung über die Sportart gefallen ist schaut man sich die Szene an – man sucht sich Persönlichkeiten mit selbstbewusstem und sympathischem Auftreten, die in der Szene vielleicht schon aufgefallen sind und von denen man glaubt, dass sie die Philosophie der Marke am besten transportieren können.

Gibt es konkrete Zielvorgaben?

Sponsoring wird von Firmen nicht selbstlos und ohne Erwartung von Gegenleistung betrieben. Eine Zusammenarbeit zwischen Firma und Gesponserten ist vielmehr Leistung und Gegenleistung.
Daher werden natürlich Ziele gesetzt – sei es mit der Erreichung bestimmter Platzierungen oder der Realisierung bestimmter Projekte.

Welche PR Maßnahmen werden ergriffen?

Mit einem erfolgreichen Sportler alleine ist es nicht getan, denn Erfolge müssen kommuniziert und vermarktet werden – frei nach dem alten PR Grundsatz „Tu Gutes und sprich darüber!“
Sportler bekommen üblicherweise ein Branding und/oder Produkt-Unterstützung – somit fungiert der Athlet bereits als Werbeträger für die Marke. Über die Athleten Website lässt sich kommunikationstechnisch bereits einiges abdecken.

Eine Homepage ist sowohl Informations- als auch Kommunikationsinstrument zwischen Athlet und Fan bzw. Besucher. Es wird laufend über die Aktivitäten und Engagements berichtet, man kann den Sportler „tracken“ und sieht, wo er oder sie sich gerade befindet. es gibt persönliche Informationen rund um den Athleten, idealerweise exklusive Dinge, die man auf der Website erfährt oder man kreiert eine Art „Members-Club“ in dem Fans, bei Registrierung exklusive Inhalte zur Verfügung stehen (exklusive od. behind the scene Fotos, Fragen an den Athleten, Forum, persönliche Informationen…).

Dazu kommen noch Tools wie Standard-Fotoshootings od. spezielle Shootings z.B. beim Training, Vorbereitung auf eine Expedition, Verbindung Schule und Sport…, Biografien und Profile, Projekte mit Film/DVD Produktionen – der Einsatz der verschiedenen Instrumente ist immer abgestimmt auf Sportler und Sportart um einen bestmöglichen Output sicherzustellen.

Famous BEFORE Death (Ziele des kulturquartier)

3 Jul

„It is your duty to try to eat the fruit instead of waisting time in counting the leaves of the tree.“ZEN Sprichwort

Natürlich gibt es unzählige Kulturvereine, die sich mit der Förderung von Musik, auch von zeitgenössischer Musik befassen. Es gibt auch genügend Institutionen, die zeitgenössische Künstler veranstalten. Bei all dieser Fülle jedoch, konnten wir kein Netzwerk entdecken, dass sich der explizit mit der Förderung von zeitgenössichen Musikschaffenden beschäftigt.

Gemeint ist damit die gezielte Förderung, nicht nur der Entwicklung der Fähigkeiten, sondern auch die Öffentlichkeitsarbeit, die ein wesentlicher Teil zur Erlangung der finanziellen Unabhängigkeit der Künstler ist. Und nur Unabhängigkeit ermöglicht freies, unbeeinflußtes Schaffen.

Wir begleiten auf dem Weg. Wir entwickeln, recorden, verpacken, distribuieren, verwerten und promoten, stellen dieses Expertenwissen im Dienste der Gemeinnützigkeit zur Verfügung und hoffen bei der Bildung von Karrieren helfen zu können, denn niemand hat etwas von posthumen Meriten.

Wir betrachten uns als Evangelisten der Musik und somit der Musikschaffenden, wir erzählen davon, versuchen im Sinne des Werkes davon zu überzeugen, ja, vielleicht sogar Hörgewohnheiten zu unterwandern. Wenn Du Dich von uns angesprochen fühlst – als Künstler oder als Förderer der Künste – freuen wir uns über Deine Kontaktaufnahme (info@kulturquartier.at). 

Deshalb unser Wahlspruch: „famous before death“

Daniel Stern

Wer sind wir eigentlich?

25 Jun

Wir, kulturquartier, sind ein Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik und Performancekunst. Wir handeln gemeinnützig und sind der Meinung, dass die Förderung von Musik am besten durch die Förderung der Musikschaffenden geschieht.
Und dies wiederum, durch umfassende Betreuung in folgenden drei Bereichen:
education, production und promotion.

Im Segment „education“ bemühen wir uns um die Förderung des Talentes und der Fähigkeiten. Dies kann die Entwicklung und Anwendung alternativer Lehrmethoden bedeuten sowie die Forschung, Entwicklung und aktive Verbreitung von Open Source Technologien. Um von anderen Zeitgenossen zu lernen, werden wir uns anstrengen alles über – und von zeitgenössischen Musikschaffenden zu archivieren und in einer Datenbank zugänglich zu machen – sozusagen ein „Abbild der europäischen Musikkultur“ zu schaffen.

Das Segment „production“ bemüht sich um die technisch und musikalisch bestmögliche Qualität im Bereich recording und live Technik. „promotion“ schließlich, beinhaltet alle kommunikativen Maßnahmen, um die Öffentlichkeit über das Werk und Schaffen unserer Künstler zu informieren.

In einer idealen Zukunft wird es Künstler geben, die sich durch unsere Unterstützung einen Namen machen konnten – und sollte dies nur ein einziger sein, so hat sich unser Aufwand gelohnt.

Daniel Stern

The Art of Imperfection – Bayern2 Kultur

18 Jun

Mein Morgen richtet sich nach der Bayern2 Kulturwelt. Ich tue alles, um (zur Not auch ungeschminkt und fern der Heimat) pünktlich um 08.30h in meinem Auto zu sitzen und auf Bayer2Radio zu schalten. Während der 30minütigen Fahrt höre ich meine Sendung. Telefonieren kann ich in dieser Zeit nicht (da verpasst man immer das Wichtigste) und mein Diktiergerät liegt am Beifahrersitz bereit, falls ich mir etwas merken will.

Das Neueste aus der Kultur wird mir erzählt von Stimmen, die bereits alte Freunde für mich sind. Ihre Namen muss man mir nicht mehr sagen, ich erkenne sie auch so.

Knut Cordsen. Was ich am Anfang für trockene Tonlosigkeit hielt, entpuppte sich als kehliges Sangfroid. Seit ich ihm zuhöre hat er sich niemals versprochen, oder in einem Satz verlaufen. Sein Timbre ist elegant, seine Wortwahl makellos. Er liebt die Literatur und er findet die richtigen Worte zu Musik.

Barbara Knopf’s leicht brechende Stimme kommt einem nicht ganz nahe. Sie berichtet mir mit feliner Distanziertheit. Ihr Urteil scharf und unbestechlich – sie macht keine Gefangenen. Ich verehre Sie dafür, wie sie die immer unglücklichen Überleitungen ihres Vormoderators „was macht ihr heute Schönes?“ (als gälte es eine Kindergartengruppe zu beschäftigen) pariert und sich nicht beirren lässt.

Wie angenehm ist es doch nicht von den üblichen überzüchteten, künstlich-sonoren Quotenstimmen angesprochen zu werden. Diese Natürlichkeit ist menschlich und jede Nicht-Perfektion ist schön.

So berichtete mir die sanfte und zutrauliche Stimme von Wilhelm Warning kürzlich von der Documenta in Kassel. Dort hatte ein Gehörlosenchor zusammen mit einer klassischen Sängerin eine Bach Kantate dargeboten. Warning nannte diese Klänge behutsam „seltsam anmutend“. Ich verstand was er meinte. Ich hatte das Gefühlt den Grund des Wesens dieses Werkes erkannt zu haben. So als würden zusätzliche Frequenzen zu Tage gefördert, die mir das Verständnis erst ermöglichten. Als wäre ich in meine ungenutzten Gehirnsphären vorgedrungen und wäre hinter das Geheimnis der Welt gekommen.

„The Art of Perfection“ las ich kürzlich auf einem Plakat voller Unverständnis.
Für mich sind das zwei Begriffe, die sich ausschließen.

Daniel Stern

Dreckig, dreckig, dreckig …

11 Jun

 

Man möchte in schwarz-weiß leben, schmale Anzüge und Kravatten tragen, mit Columbos Auto herumfahren und unkontrolliert mit Kopf und Fuß wippen.

Fetter, dreckiger Big Band Sound – macht glücklich!

 

 

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